1. Treffen des Europäischen Dachverbandes der jüdischen Kulturrouten in Deutschland – vom 9.-12. Juni 2022 in Hannover

PRESSEMITTEILUNG
Hannover, 8.06.2022

Vom 9.-12. Juni 2022 führt der Europäische Dachverband der jüdischen Kulturrouten / AEPJ seine erste Mitgliederversammlung in Deutschland durch. Austragungsort ist die niedersächsische Landeshauptstadt.

Dieser 18 Länder übergreifende Zusammenschluss war bereits 2004 vom Europarat als Europäische Kulturroute anerkannt worden, ist aber bis heute nicht aus dem Schatten ihres „ältesten Bruders“, dem Jakobsweg, herausgetreten. Letzterer hatte ab 1987 als 1. Europäische Kulturroute das vorbildlich umgesetzt, was die Initiator*innen vor Augen hatten: aufzuzeigen, dass Europa nicht nur eine Wirtschaftsunion ist, sondern viel mehr zu bieten hat – nämlich auch ein gemeinsames kulturelles Erbe, einen kontinuierlichen Völkerverständigungsprozess und pfiffige Ideen zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Europas.

Während zu Beginn des 21. Jahrhunderts schon zehntausende Deutsche nebst zahlreichen Pilger*innen aus aller Welt gen Santiago wanderten und weitere 43 Themenrouten entstanden, vollzog sich die Entwicklung der „Jüdischen Kulturroute“ weniger dynamisch. Von deutscher Seite gab es nicht einmal eine Beteiligung daran. Dies zu ändern hatte sich Global Partnership Hannover e.V. / GPH zur Aufgabe gemacht und nutzte dazu das bundesweite Jubiläum 321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Die Jüdische Kulturroute hat allerdings – im Gegensatz zum „Camino de Santiago“ – kein geographischen Ziel. Vielmehr haben Jüd*innen im Laufe der Geschichte vielerorts zum wirtschaftlichen, kulturellen bzw. sozialen Fortschritt beigetragen. Sie wurden aber auch immer wieder als vermeintliche Verursacher von (Natur-)Katastrophen und Fehlentwicklungen verfemt, verfolgt und vernichtet.

Um dies nachvollziehbar zu machen, die Bedeutung jüdischen Lebens zu würdigen und zugleich auch aktuellem Antisemitismus aktiv entgegen zu treten, hat GPH virtuelle Bausteine konzipiert. Sie setzen gegebene gesellschaftliche Ankerpunkte der Jüdischen Kulturroute mit den jeweiligen Orten, historischen Persönlichkeiten und gegenwärtigen Ansprechpartner*innen angemessen in Beziehung.

Als erster virtueller Baustein dienten Click&Walk-Fotoworkshops in Kooperation mit dem Künstler Uwe Stelter. Sie eröffneten den Teilnehmenden – im wahrsten Sinne des Wortes – die Möglichkeit, eine eigene Perspektive auf Zeugnisse einstigen und jetzigen jüdischen Lebens zu gewinnen.


Der zweite virtuelle Baustein, ein Kompositionswettbewerb „Aktuelle jüdische Musik in Deutschland“, den GPH auf Anregung der Villa Seligmann organisierte, unterstrich  eindrucksvoll, in welchem Maße die unterschiedlichsten Musiksparten Bezüge zu jüdischen Traditionen aufweisen bzw. von jüdischen Musiker*innen geprägt sind.

Als dritter virtueller Baustein dient vom 9.- 12. Juni das AEPJ-Jahrestreffen, um mit ca. 25 Repräsentant*innen jüdischer Kultur(-routen) bisherige Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam in die Zukunft zu planen.

Die organisatorische Verantwortung der Zusammenkunft war dem erstem deutschem Mitglied mit Blick auf sein wirkungsvolles Engagement übertragen worden. GPH trägt dieser Aufgabe Rechnung, indem es das Programm in drei Teile untergliedert: 1. wird der gemeinnützige Verein – gemeinsam mit Repräsentant*innen der lokalen jüdischen Community und der Erinnerungskultur – Orte früheren und heutigen jüdischen Lebens vorstellen. 2. eröffnet der Workshop „Nachhaltiger Tourismus“ Optionen, wie die Jüdische Kulturroute zukunftsfähig, d.h. auch im Einklang mit den ökologischen Rahmenbedingungen gestaltet werden kann. 3. dient die Zusammenkunft als verbandsinterner Austausch, um die gemeinsame Struktur zu festigen.


Vertreter*innen der Medien sind herzlich eingeladen, uns bei dieser besonderen Reise
auf den Spuren jüdischen Lebens durch Raum und Zeit zu begleiten.

  • 9.06.22, 19.00 Uhr:
    Offizieller Auftakt des AEPJ-Mitgliedertreffens mit Gästen aus Stadt und Land
  • 10.06.22, 9.30 Uhr
    Workshop „Nachhaltiger Tourismus im Rahmen der jüdischen Kulturroute“
  • 10.06.22, 15.00 Uhr
    Erkundung des einstigen jüdischen Hannovers und Besuch des Zeitzentrum
    Zivilcourage
  • 11.06.22, 9.30 Uhr
    Exkursion zur Gedenkstätte Bergen-Belsen und Besuch einer Synagoge
  • 12.06.22, 9.00 Uhr
    Formale Mitgliederversammlung am historischen Ort

Treffpunkte auf Anfrage!

Pressekontakt: Anke Biedenkapp, info@globalpartnership.de, 0171-6260869
Weitere Informationen unter www.globalpartnership.de

Förderer/Kooperationspartner:

Auf der Suche nach dem „Urquell“

Einen Kompositionswettbewerb für aktuelle jüdische Musik veranstaltet dieser Tage die Villa Seligmann in Hannover. Und wirft dabei erneut eine Frage auf: Gibt es eine originär jüdische Musik?
(Von Petra Schellen, TAZ – Nordkultur, 6. Mai 2022)

Dieses Haus steht voller Orgeln. Sie entstammen der Synagogenorgel-Sammlung von Andor Izsák. Dieser eröffnete im Jahr 2012 die Villa Seligmann, benannt nach ihrem ersten Eigentümer, als Haus für jüdische Musik in Hannover. Schon 2006 hatte eine ebenfalls nach Seligmann benannte Stiftung die Immobilie erworben. „Auf der Suche nach dem „Urquell““ weiterlesen

Jazz, Pop, Klassik und Synagogales

JüMiD in der Jüdischen Allgemeinen 12.5.2022

Erstmals fand ein Wettbewerb für aktuelle jüdische Musik statt – in vier Kategorien wurden Preise verliehen (von Ayala Goldmann 12.05.2022 09:19 Uhr)

Wie klingt aktuelle jüdische Musik? Wie spiegelt sich Verbundenheit mit dem Judentum in den Werken von jungen Komponisten wider? Auch um diesen Fragen nachzugehen, wurde im Rahmen des Jubiläums »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« erstmals der Wettbewerb »JüMiD« für aktuelle jüdische Musik ausgerufen.
„Jazz, Pop, Klassik und Synagogales“ weiterlesen

Faszinierende Meilensteine einer 1.700 Jahre alten Kultur(route)

aus der Serie „Jüdisches Leben in Hannover“ im Stadtkind

Um die Europäische Route des jüdischen Kulturerbes in der Bundesrepublik zu verankern, hat Global Partnership Hannover e.V. vielfältige Formate entwickelt, die zum Mitmachen einladen.

Vor vierzehn Monaten startete hier im Stadtkind eine virtuelle Tour durch Hannovers jüdische Lebenswelten, die zu vielen spannenden Menschen und Orten führte: Den Repräsentant*innen der vier jüdischen Gemeinden, dem niedersächsischen Antisemitismusbeauftragten, dem Direktor der Villa Seligmann sowie weiteren engagierten Vertreter*innen entsprechender Einrichtungen.
„Faszinierende Meilensteine einer 1.700 Jahre alten Kultur(route)“ weiterlesen